Als Konzertfotograf und Eventfotograf habe ich das ausverkaufte Konzert von Marianne Rosenberg während ihrer „Bunter Planet Tour 2025“ in der Zeche Bochum mit meiner Kamera dokumentiert. Als Support-Act trat Joshville auf.
Marianne Rosenberg verzaubert die Zeche Bochum
55 Jahre auf der Bühne, 70 Jahre Lebenserfahrung – und kein bisschen leise: Marianne Rosenberg beweist bei ihrem umjubelten Auftritt in der ausverkauften Zeche Bochum eindrucksvoll, dass sie längst mehr ist als eine Schlager-Ikone vergangener Jahrzehnte. Über 800 Fans feiern die Sängerin am Dienstagabend mit stehenden Ovationen – und erleben eine Künstlerin, die ihr Lebenswerk selbstbewusst, kraftvoll und überraschend gegenwärtig präsentiert.
Nähe statt Nostalgie
Unter dem Motto ihrer aktuellen Club-Tour „Bunter Planet“ sucht Rosenberg bewusst die Nähe zum Publikum. Die intime Atmosphäre des Bochumer Szene-Clubs passt perfekt zu diesem Konzept. Statt distanzierter Arena-Inszenierung gibt es persönliche Ansagen, humorvolle Anekdoten und immer wieder spürbare Dankbarkeit gegenüber den Fans, die ihr teils seit Jahrzehnten die Treue halten.
Viele ihrer Fans sind mit ihren Liedern aufgewachsen – umso schöner, dass Marianne Rosenberg diesen gemeinsamen Erfahrungsschatz nicht nur aufleben lässt, sondern ihn lebendig weiterführt. Mit großer Selbstverständlichkeit verbindet sie zeitlose Klassiker mit neuen Songs und schafft so einen Abend, der Vergangenheit und Gegenwart harmonisch und kraftvoll vereint.
Von „Mr. Paul McCartney“ zur Ikone
Als sie 1970 mit „Mr. Paul McCartney“ erstmals im Rampenlicht stand, moderiert von Dieter Thomas Heck in der ZDF-Hitparade, war sie gerade einmal 15 Jahre alt. In den 70er-Jahren folgte Hit auf Hit. Spätestens mit „Er gehört zu mir“ (1975) wurde sie zur festen Größe der deutschen Popkultur – und zur Ikone der LGBTQ-Community, die auch an diesem Abend sichtbar und hörbar vertreten ist.
Dass sie nie stehengeblieben ist, zeigt ihre künstlerische Entwicklung: Kooperationen mit Rio Reiser, Joachim Witt, Extrabreit, Wolf Maahn, Eloy de Jong oder Eko Fresh zeugen von Mut zur Veränderung. Aus dem Schlagersternchen wurde eine selbstbestimmte Songwriterin, die sich stilistisch zwischen Pop, Chanson und zeitgemäßem Deutschpop bewegt.
Klassiker mit Haltung
Natürlich dürfen die großen Hymnen nicht fehlen. „Lieder der Nacht“, „Ich bin wie du“ und „Er gehört zu mir“ werden vom Publikum textsicher und leidenschaftlich mitgesungen. Begleitet wird Rosenberg von einer siebenköpfigen Band samt Streichersektion, die den Songs eine elegante, moderne Klangfarbe verleiht.
„Liebe kann so weh tun“ – einst kein großer kommerzieller Erfolg, heute ein emotionaler Höhepunkt. Und dann „Marleen“: Beim 76er-Evergreen verdüstert sich ihr Blick. Die einst flehende Frauenfigur, die ihre Rivalin bittet, ihr den Mann nicht auszuspannen, kommentiert Rosenberg heute mit spitzer Selbstironie. „Der hätte ich heute was erzählt!“, ruft sie ins Publikum – ein deutlicher Hinweis auf gewachsene Stärke und veränderte Rollenbilder.
Überraschend deutlich setzt die Sängerin auch auf neuere Titel. Mehr als die Hälfte der rund 100-minütigen Show besteht aus Songs der vergangenen Jahre: „Im Namen der Liebe“, „Wann“ oder „Freiheit“ zeigen Rosenberg als gereifte Künstlerin mit klarer Haltung. Ihre unverwechselbare Stimme hat nichts an Ausdruckskraft verloren, die Arrangements klingen zeitgemäß.
Das Bühnenbild ist ebenso reduziert wie wirkungsvoll – und auf die Persönlichkeit von Marianne Rosenberg zugeschnitten. Hinter ihrer siebenköpfigen Band spannt sich ein großer, halbtransparenter Vorhang, auf den wechselnde Projektionen geworfen werden: mal ikonische Schwarz-Weiß-Porträts der Sängerin mit geschlossenen Augen, mal farbintensive Grafiken. Große, kreisrunde Retro-Scheinwerfer rahmen die Szenerie symmetrisch und verleihen der Bühne einen Hauch von 70er-Jahre-Ästhetik, ohne nostalgisch zu wirken. Das Lichtdesign arbeitet mit starken Kontrasten – kühles Blau und Violett für die ruhigen Momente, warmes Gold und sattes Rot für die emotionalen Höhepunkte. Instrumente wie Gitarren auf Ständern und die sichtbare Streichersektion schaffen eine intime Club-Atmosphäre. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das Modernität und Rückblick verbindet und Rosenberg klar ins Zentrum rückt.
Mit „Fremder Mann“ endet ein Abend, der keine Peinlichkeiten kennt und keine bloße Nostalgie bedient. Stattdessen präsentiert sich Marianne Rosenberg stark, stolz und authentisch – als Künstlerin, die ihre Geschichte weiterhin selbst schreibt.
Setlist:
Bunter Planet
Liebe spüren
Liebe ist nicht alles
Marleen
Jeder neue Tag
Liebe kann so weh tun
Keine Zeit
Wann (Mr. 100%)
Er ist mein Talisman
Freiheit
DNA (Cover von Dana International)
So wie Du bist (Cover von Amanda Lear)
So kannst du nicht gehn (Cover von Harold Melvin & The Blue Notes)
Verlass dich nicht auf die Liebe
Ich bin wie du
Es ist besser, wenn ich geh
Er gehört zu mir
Ich denk an dich
Zugabe:
Anfang und Ende
Lieder der Nacht
Fremder Mann
Konzertfotogalerie
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