Ein Abend voller „Lügen & Legenden“ und Gänsehaut in der Christuskirche Bochum. Ausverkauftes Haus, gedimmtes Licht und diese besondere Stille, die nur entsteht, wenn alle wissen: Gleich passiert etwas Besonderes. Als die ersten Töne von „Feuerkind“ erklangen, war sofort klar, dass Subway To Sally ihre „Nackt“-Magie auch in Bochum voll entfalten würden. Als Konzertfotograf habe ich das Konzert mit meiner Kamera dokumentiert.
Akustik-Tour „NACKT III – Lügen & Legenden“ zum 35-jährigen Jubiläum
„Eisblumen“ ließ den Raum beinahe erstarren, während „Auf dem Hügel“ und „Böses Erwachen“ mit ihrer akustischen Wucht tief unter die Haut gingen. Eric Fish führte mit Charme, Witz und beeindruckender musikalischer Vielseitigkeit durch den Abend – mal mit Flöte, mal nur mit Stimme, aber immer mit voller Präsenz.
Mit Songs wie „Traum vom Tod II“, „Minne/Herz in der Rinde“ und „Mitgift“ nahm die Reise weiter Fahrt auf. Spätestens bei „Kleid aus Rosen“ wurde es emotional im ganzen Raum – textsicher, laut und doch unglaublich nahbar.
Einer der größten Momente der ersten Hälfte: „Weit ist das Meer“. Der Saal wurde zweigeteilt, und plötzlich sang die komplette Kirche mehrstimmig – ein Klang, der durch Mark und Bein ging und für Gänsehaut sorgte.
Nach einer kurzen Pause meldete sich die Band mit „Wenn Engel hassen“ zurück. „Leinen los“ brachte Bewegung ins Publikum, während „Unsterblich“ und „Krähentanz“ die dunklere Seite der Band unterstrichen. Eine tänzerische Einlage sorgte zusätzlich für Begeisterung und machte den Song zu einem echten Hingucker.
Mit „Henkersbraut“ zeigte sich die experimentelle Seite der Band, bevor Eric zwischen „Post Mortem“ und „Falscher Heiland“ mit humorvollen Anekdoten aus den Anfangstagen für viele Lacher sorgte. Diese Mischung aus Nähe, Ehrlichkeit und musikalischer Tiefe machte den Abend so besonders.
Im letzten Teil wurde es dann noch einmal intensiv: „Die Ratten“, „Die Arche“ und das „Party Medley“ führten direkt in einen kollektiven Ausnahmezustand. Bei „Sieben“ übernahm das Publikum fast komplett den Gesang – ein Gänsehautmoment, der zeigte, wie eng die Verbindung zwischen Band und Fans ist.
„Veitstanz“ ließ die Kirche schließlich beben, bevor die Zugaben eingeläutet wurden. Mit „Maria“ entstand ein fast magischer Moment, als das Publikum den Song über weite Strecken allein trug.
Und dann: „Julia und die Räuber“. Noch einmal alles geben, noch einmal jede Stimme im Raum – ein würdiger, emotionaler Abschluss eines außergewöhnlichen Abends.
Dieses Konzert war ein gemeinsames Erlebnis, getragen von Emotion, Nähe und einer Setlist, die perfekt durch die Geschichte von Subway To Sally führte. Wer dabei war, wird diesen Abend so schnell nicht vergessen.
Setlist:
Lacrimae '74 / Feuerkind
Eisblumen
Auf dem Hügel
Böses Erwachen
Traum vom Tod II
Minne / Herz in der Rinde
Mitgift
Das Rätsel II
Kleid aus Rosen
Was ihr wollt
Weit ist das Meer
Set 2:
Wenn Engel hassen
Leinen los
Unsterblich
Krähenfrass
Henkersbraut
Post Mortem
Falscher Heiland
Die Ratten
Arche
Sag dem Teufel / Ohne Liebe / Tanz auf dem Vulkan
Sieben
Veitstanz
Zugabe:
Maria
Julia und die Räuber
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