Fragile Körper aus Eis, aufgehängt an langen Fäden, schimmernd im kalten Licht der Bühne. Sie drehten sich schwerelos durch den Raum, begegneten einander, verloren sich wieder. Hände lösten sich. Köpfe kippten. Glieder zerbrachen krachend auf dem Boden. Und während das Eis schmolz, wurde etwas anderes sichtbar: Erinnerung, Verlust, Vergänglichkeit.
Mit »The Waves« erschuf Théâtre de l'Entrouvert / Elise Vigneron im Schauspielhaus Bochum ein hypnotisches Theatererlebnis zwischen Figurenspiel, Tanz, Installation und Performancekunst. Basierend auf Virginia Woolfs gleichnamigem „play-poem“ entfaltete sich ein poetischer Strom aus Stimmen, Gedanken und inneren Bildern — ein Chor aus Sehnsucht, Zeit und Transformation.
Fünf Leben verwoben sich miteinander, getragen von Erinnerungen und Momenten des Verschwindens. Regisseurin Élise Vigneron übersetzte Woolfs Sprache in eindringliche Bilder von großer Zartheit und radikaler Schönheit: lebensgroße Marionetten aus Eis wurden zu Körpern des Übergangs — zwischen Mensch und Landschaft, Bewegung und Auflösung, Leben und Verschwinden.
Das Eis lebte im Licht. Es veränderte sich mit jeder Minute. Genau darin lag die berührende Kraft dieser außergewöhnlichen Inszenierung: Nichts blieb bestehen. Alles verwandelte sich.
»The Waves« eröffnete das internationale Figurentheaterfestival FIDENA 2026 im Schauspielhaus Bochum — zweimal ausverkauft und vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen. Ein Abend voller poetischer Bilder, fragilem Zauber und stiller Wucht, der noch lange nachwirkte.
Fotogalerie »The Waves«
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